50. „Gebetswache für das Leben“

Die „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ beten für ein Ende der Tötung ungeborener Kinder in Kassel

Zum 50. Mal nahm am letzten Sonntag im September eine Gruppe von Betern den Rosenkranz in die Hand und zog von der Kirche St. Marien zu einer Kasseler Tagesklinik. Dort werden neben den üblichen gynäkologischen Behandlungen auch Abtreibungen durchgeführt. Seit 1989 hat die Klinik die staatliche Zulassung zum Schwangerschaftsabbruch. Ins Gebet eingeschlossen ist auch die andere bekannte Abtreibungsstätte in Kassel, die von Pro Familia seit 1985 betriebenwird.

gebetswache.jpgMehrere Mitglieder des Aktionskreises Fulda der Aktion Leben nehmen an Gebetswachen regelmäßig teil. Sie sind der Überzeugung, daß vom Gebet und öffentlichem Bekennen Gottes alles abhängt.

Wer in Kassel - immer am letzten Sonntag eines Monats - mitbeten will, kann sich unter der Tel. Nr.: 06655 2277 bei Otto Spahn informieren.

 

 

Tod Dybas war der Auslöser

Begonnen hatte die Gebetsaktion in Kassel im August 2000, einen Monat nach dem Tod des Fuldaer Erzbischofs Johannes Dyba, des leidenschaftlichen Kämpfers für das Recht auf Leben. Seitdem stehen die „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ einmal im Monat dort, um für die Umkehr der Mütter und Väter, aber auch für Abtreiber, deren Personal und die für die Gesetzgebung Verantwortlichen zu beten.

 

 

 

Amerikanisches Vorbild

Angestoßen durch das Beispiel amerikanischer Christen unter Leitung von Monsignore Philip Reilly werden in Deutschland mittlerweile in 20 Städten solche Gebetswachen veranstaltet. Der Ablauf ist immer gleich: nach der heiligen Messe in einer in der Nähe gelegenen Kirche übernehmen einige Teilnehmer die eucharistische Anbetung, parallel dazu ziehen die anderen Beter – ohne Diskussion und Transparente – Rosenkranz betend zur Abtreibungsstätte. Nachdem die friedliche Verkündigung der barmherzigen Liebe Gottes auf dem Golgotha dieser Zeit beendet ist, kehren die Gläubigen in die Kirche zurück. Dort wird zum Abschluss der eucharistische Segen erteilt.

 

 

 

Groll ist unerwünscht

 

 

Wolfgang Hering vom „Lebenszentrum“ in München, der deutschen Zentrale der Helfer, hat die Gebetsbewegung in Deutschland aufgebaut. Er möchte keine zornigen Demonstranten. „Ein Abtreibungsarzt ist ein Tötungsspezialist für Ungeborene. Das ist klar. Und sollten Sie einen Groll gegen ihn haben, so ist das verständlich, aber so wird Ihr Gebet nicht fruchtbar. Denken Sie an Jesus, wie er auf Golgotha für seine Mörder gebetet hat: ‚Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!’ Gott liebt die Seelen der Menschen, die für die Abtreibung sind und die Seele des Abtreibungsarztes genau so wie die unsere und die der getöteten Kinder. Ihm sind alle Seelen gleich wichtig. Er möchte, dass die an Abtreibungen Beteiligten umkehren und gerettet werden.“

 

 

 

Glaube an die Kraft des Gebets

 

 

Das von Reilly gegründete Apostolat „Helpers of God`s Precious Infants“ hat sich seit seiner Gründung am Rosenkranzfest 1989 auf alle Kontinente ausgebreitet. Durch die Gebetswachen wurden nach Angaben der Helfer allein in Reillys Heimatdiözese Brooklyn an 23 von ehemals 43 Abtreibungsorten die Tötungen der Ungeborenen eingestellt. Kommentar des Brooklyner Oberhirten Bischof Thomas Daily: „Wir glauben an die Kraft des Gebetes. Das ist alles, was wir tun. Den Rest überlassen wir Gott.“ In Deutschland haben nach Gebetsvigilien mittlerweile drei Abtreibungshäuser in Augsburg, Regensburg und Kaufbeuren dicht gemacht.

 

Wo es personell möglich ist, bieten die Helfer Müttern in Not auch Hilfe „in letzter Sekunde“ an. Durch diese sogenannten „Gehsteigberatungen“ wurden allein in München über 280 Babies gerettet.

 

 

 

Bekenntnis nicht scheuen

 

 

Das Apostolat, das vom Päpstlichen Rat für Familie und Leben empfohlen wird, hat auch in Deutschland Unterstützung bei Bischöfen gefunden. Bischof Walter Mixa zelebrierte als erster deutscher Bischof ein Pontifikalamt im Rahmen einer Gebetsvigil in Ingolstadt.

 

Kardinal Friedrich Wetter dankte in einem Grußwort dem „Lebenszentrum“ in München und würdigte den Einsatz für den Schutz des Lebens Ungeborener: „Alle, die mahnend, betend und helfend für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder in unserem Land eintreten, leisten unserem Volk einen großen Dienst. Erweisen Sie sich auch in Zukunft als Helfer des Lebens! Als Christen haben wir gar keine andere Wahl, als öffentlich zu bekennen, dass Gott wider alle Mächte des Todes ein Freund des Lebens ist. Scheuen wir dieses Bekenntnis nicht, auch wenn es Widerstände und Anfeindungen gibt.“