Quo vadis Deutschland ? Quo vadis Europa ?

otto_spahn.jpgunter diesem Thema führte der Aktionskreis Fulda zusammen mit der Franz-Reinisch Gruppe Neuhof der Schönstatt Männerliga  am 20.11.2004 ein Tagesseminar in Neuhof/Fulda durch. Etwa 4o Interessenten waren der Einladung zu den Vorträgen von Walter Ramm (Abtsteinach) gefolgt, zu dem der Aktionskreis Vorsitzende Otto Spahn auch besonders den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann (fraktionslos) begrüßen konnte.
In seinen Vorträgen „Bio-Ethik ein Irrweg ?“ und „ Biomedizinische Herausforderungen“ zeigte Walter Ramm die bestehende Situation in Deutschland und Europa auf. Es war erschütternd zu hören, wie Forschung und wirtschaftliche Interessensgruppen zusammen mit Politikern darum bemüht sind, pseudo-ethisch-moralische Scheinargumente zu benutzen, um eigne Interessen durchsetzen zu können.. Walter Ramm ging bei dieser Gelegenheit auch auf den nationalen Ethikrat in Deutschland ein, dem auch hohe katholische Würdenträger angehören, denen jedoch mehr eine  „Feigenblatt-Funktion“ zukomme. Wenn es wirklich so sei, daß man alles Machbare nur quasi-ethisch zu legitimieren braucht, um es dann durchsetzen zu können, dann sei niemand mehr seines Lebens sicher. Dies treffe besonders für die Schwächsten unserer menschlichen Gesellschaft, die Ungeborenen und Kranken zu, die ihre Rechte noch nicht oder nicht mehr artikulieren könnten.

Walter Ramm zeigte aufgrund von  Beispielen auf, wie sich neben der Sprachverwirrung auch eine damit stets verbundene Verwirrung des Geistes ergibt.

Walter_Ramm.jpgWalter Ramm zeigte aufgrund von  Beispielen auf, wie sich neben der Sprachverwirrung auch eine damit stets verbundene Verwirrung des Geistes ergibt. Forschung an menschlichen Embryonen verstoße gegen die Würde des Menschen, da der menschliche Embryo von Anfang an menschliche Person sei. Es gebe keine ethisch zu rechtfertigende Begründung für eine zu welchen Zwecken auch immer dienende Forschung an Menschen in ihrem frühesten Lebens-Stadium. Die Notwendigkeit (der verbrauchenden Forschung an  Embryonen) werde auch von der Fachwissenschaft geradezu verneint. Es würden entsprechende Tierversuche, wenn überhaupt, als ausreichend angesehen. Schon der Begriff „verbrauchende Forschung“ an menschlichen Embryonen deute auf eine Beschaffungs- und Wegwerfmentalität hin, die blindlings auf den Bereich des menschlichen Lebens übertragen werde und den Menschen selbst zum Abfallprodukt erkläre.

 

 

Schon der Begriff „verbrauchende Forschung“ an menschlichen Embryonen deute auf eine Beschaffungs- und Wegwerfmentalität hin, die blindlings auf den Bereich des menschlichen Lebens übertragen werde und den Menschen selbst zum Abfallprodukt erkläre.

 

Auch Eltern hätten in gar keiner Weise das Recht über das Leben ihrer (geborenen und ungeborenen) Kinder zu verfügen. Ein solches Verfügungsrecht wäre nichts anderes als ein Tötungsrecht.

 

Des weiteren setzte sich  Walter Ramm besonders mit dem heute viele ansprechende Argument auseinander, daß Forschungen an  menschlichen Embryonen schon deshalb notwendig seien, um anderen Ländern nicht einen Forschungsvorsprung einzuräumen und damit Arbeitsplätze zu gefährden. Die vordergründige Alibifunktion eines solchen Argumentes erkenne man schon daran, daß der eigentliche Vorgang, nämlich die Tötung eines Menschenlebens schon gar nicht mehr gesehen und benannt werde.

 

Walter Ramm forderte die Anwesenden auf, alles zu tun, damit die“ Kultur es Todes“, die „Verschwörung gegen das Leben“ beendet wird und damit das „Heiligtum des Lebens“ wieder zu entdecken, wie dies in der Enzyklika „Evangelium vitae“ zum Ausdruck komme.

 

Otto Spahn