Ein fehlendes, uraltes Berufsbild

Ein uralter, typischer Frauenberuf ist ver­lorengegangen. Es gibt ihn nicht mehr.

Während der vergangenen Jahrzehnte ist jener Frauenberuf unvermerkt fortgegan­gen, der einige Jahrtausende unser Haupt­beruf war: der der Mutter. ‑ babykopf.jpgWer meldet sich heute noch für diesen Beruf? Wer möchte Mutter werden? Nein, keines­falls! Um jeden Preis zu verhindern! Dau­men drauf und ab! Das ist höchstens eine Behinderung der Schlankwüchsigkeit, der lebenslangen Idealfigur! Und die ist doch der Frauen erste Pflicht! Das weiß und sagt ja alle Welt. Vor soviel öffentlicher Kampagne gegen Mutterschaft haben die Frauen einfach kapituliert. Wie war das doch Anfang der neunziger Jahre? Da sollte ein Mitteldeutscher zum Bundes­präsidenten gewählt werden, der von frau­licher Mutterschaft sprach. Die Geburt und Erziehung von, Kindern könne für eine Ehefrau sogar wichtiger sein als ihre erlernte Berufsarbeit. Die Geburt und Erziehung von, Kindern könne für eine Ehefrau sogar wichtiger sein als ihre erlernte Berufsarbeit. Die Öffentlichkeit war empört: Der hatte ja noch nichts von den Lebenshoffnungen der Frauen des Westens begriffen, von Gleichberechti­gung, von Frauenemanzipation.Alle, die aufschrien gegen den ersten Kandidaten, waren ja schon geboren. Soll­ten die kommenden Kinder sich doch selber sorgen, wie sie zum Leben kamen!

 

 

KATHARlNA ZWICKER, WURZBURG

Leserbrief aus Junge Freiheit 2/06