Nachruf - Karin Struck

Karin Struck (* 14.05.1947  + 06.02.2006) wurde in Schlagtow bei Greifswald geboren und die Familie flüchtete 1953 in die Bundesrepublik.

Karin Struck war zunächst in der linken  Intellektuellenwelt stark verwurzelt. SDS, DKP (inklusive Schulung in  der DDR), Grüne, Friedensbewegung bildeten den Rahmen für ein kämpferisches und bisweilen  bekennerhaftes Schriftstellerleben.  1973 war sie der aufgehende Stern im westdeutschen Literaturbetrieb.

„Klassenliebe“ und  „Kindheitsende“  waren  schonungslose Romane über ihre eigenen gescheiterten Ehen und   Versuche in der Sexualität einen Ausweg zu finden.

In ihrem Roman „Blaubarts Schatten“ (1991)  setzte sich Karin Struck literarisch eindrucksvoll mit der traumatischen Erfahrung einer Abtreibung auseinander.  1975 hatte sie selbst ihre drittes Kind abgetrieben. Mit diesem Werk erschloß sie sich ein anderes Lesermilieu und erhielt Einladungen zur Vorträgen vor christlichen Gruppen aber für  ihre alten linksgrünen Freunde wurde sie zur Persona non grata – zur unerwünschten Person.  Während sie für ihre Engagement für die ungeborenen Kinder 1991 den Preis der Stiftung „Ja zum Leben“ erhielt, fiel sie bei der linksliberalen Presse in Ungnade.

Endgültig zum Feindbild all derer, die sich früher gerne an ihrer Seite sonnten, als sie 1992 mit „Ich sehe mein Kind im Traum“ ein Sachbuch über Abtreibung schrieb und in Vorträgen klar betonte „Die Mutterschaft kaputt zu machen, war und ist das Ziel der Emanzipation“.

So wie sich in ihren Werken die Veränderung ihres Lebens deutlich nachvollziehen ließ, veränderte sich ihre geistige Haltung.

1996 konvertierte sie zum katholischen Glauben, nachdem sie schon 1982 in einem Interview mit dem Tübinger Theologen Karl Josef Kuschel eine Sehnsucht nach einem tragenden Grund im Leben artikuliert hatte. Jetzt warf sie der evangelischen Kirche eine Anbiederung an den Zeitgeist und mangelndes Eintreten gegen Abtreibung   Am 6. Februar 2006 starb Karin Struck in München nach langem Krebsleiden.

Als  Kämpferin für das Recht der Ungeborenen auf Leben und als Mensch, der um seiner Überzeugung willen auch Ausgrenzung und Nachteile auf sich nimmt, bleibt Karin Struck Vermächtnis unverändert aktuell.

Mögen uns ihre letzten Worte in „Blaubarts Schatten“  Vermächtnis und Verpflichtung sein, mit denen die Mutter mit ihrem ungeborenen Kind im Mutterleib spricht:“........dich trocknet keiner aus, sie reißen dir nicht die Plazenta weg, die dich nährt. Nur über meine Leiche, Kindchen, mein Kindchen, sei ruhig. Die falschen Götter haben ausgespielt“.

Gedenken wir im Gebet der Verstorbenen. Möge der Herr ihre all das  belohnen, was sie an Schmach, Beleidigungen und  Enttäuschungen im Kampf  für die ungeborenen  Kinder auf sich genommen und  im rechten Glauben ertragen hat.

Aktion Leben
Aktionskreis Fulda