postkoitale Sprachverhütung

Vorsicht vor dem verschleierndem Neusprech der Verhütungs- und Abtreibungslobby: Wer die Sprache dominiert, beherrscht auch das Denken. Ein Kommentar.

Ideologen und Lobbyisten machen sich bis heute schamlos eine alte Erkenntnis zunutzen. Die Methode ist so simpel wie bewährt: Man „versachlicht“ oder „entemotionalisiert“ einen umstrittenen Begriff oder Sachverhalt.

Statt „Tötung eines Kindes vor seiner Geburt“ benützt man darum den weniger emotionsgeladenen, neutralen Begriff „Schwangerschaftsabbruch“.

Am besten funktioniert diese Methode, wenn man dem neuen Begriff einen wissenschaftlichen Klang gibt. Die Sprachen Latein, Griechisch oder eventuell Englisch bieten sich zur Verschleierung an.

Aktuelles Beispiel: Die Sprachregelung für die sogenannte „Tötungspille danach“.

In einem Interview der österreichischen Online-Zeitung ‘ÄrzteWoche’ mit Mag. Wolfgang Kostenwein vom Österreichischen Institut für Sexualpädagogik findet sich ein Musterbeispiel manipulativer Sprachdominanz.

puppeteile.jpgIn dem Interview bezeichnet der sogenannte Sexualpädagoge die „Pille danach“ als „postkoitale Verhütung“.

Wissenschaftlich nicht geschulte Leser werden darunter eine übliche Verhütungsmethode verstehen. Tatsächlich bewirkt dieses chemische Produkt aber, daß eine bereits befruchtete menschliche Eizelle, die im Begriff ist, sich in der Gebärmutter einzunisten und zu einem Baby heranzuwachsen, abgestoßen und ausgetrieben wird.

Es handelt sich um nichts weniger als um die provozierte Vernichtung eines menschlichen Embryos im Frühstadium, der – notabene – im Falle einer gesunden Entwicklung bereits erbberechtigt wäre.

Fazit: Begriffskompetenz assoziiert das Publikum gerne mit moralischer Kompetenz. Ein gefährlicher Trugschluß.

24. April 2006 kreuz.net/haefely.info