Giftgrüne Angriffe auf die Menschenwürde

Die ‘Grünen’ haben viel Verständnis für Molche, Eidechsen oder Tannenbäume. Doch bei der Ausmerzung von Menschen aus dem Mutterleib ist ihnen der Naturschutz Wurst. Von Hubert Hecker.

Gelegentlich wird den ‘Grünen’ und ihrer Ablehnung von Genmanipulationen an Pflanzen vorgeworfen, daß das genauso „technikfeindlich“ oder „widersprüchlich“ sei wie die Haltung der Kirche zur Empfängnisverhütung.

In diesen Bereichen wollen die ‘Grünen’ nur die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten zulassen und wehren sich gegen „künstliche“, chemische oder mechanische Eingriffe.

Aus dieser Einstellung heraus wandte sich im ersten Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder die grüne Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Andrea Fischer gegen Forschungen an Embryonen in Deutschland. Frau Fischer stellt sich auch gegen die Präimplantationsdiagnostik und das therapeutische Klonen.

Bei allen diesen Verfahren werden ungeborene Menschen im Frühstadium getötet.

Damals wurde die grüne Ministerin gefragt, warum sie sich nicht genauso vehement gegen die Kinderabtreibung einsetze, die von der Partei der ‘Grünen’ als selbstverständliches Recht propagiert wird.

In der Tat ist der Schutz des menschlichen Lebens der fatale blinde Fleck der grünen Bewegung. Daß der Lebensschutz von Tieren mit großem Eifer betrieben wird, mutet in diesem Licht wie Spott und Hohn an.

Erst kürzlich sah man wieder einmal tierische Lebensschützer, wie sie eimerweise verwirrte Lurche vom Krötenzaun über die Straße trugen, damit die transportierten Tiere ihre Laichplätze ungefährdet erreichen konnten.

Vielfach werden Krötentunnels in die Straßen eingebaut und auch schon mal eine Autobahn umgelegt, damit eine seltene Molchart in ihrem Lebensraum geschützt bleibt.

Dabei ist das Motiv des Naturschutzes offensichtlich nicht nur Sentimentalität zu niedlichen Tieren, sondern auch ein reflektiertes Programm.

Man wird an die Naturphilosophie des elsässischen Arztes und Pastors Albert Schweitzer († 1965) erinnert: „Ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will.“

„Der denkende Mensch erlebt die Nötigung, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen, wie dem seinen. Als gut gilt ihm: Leben erhalten, Leben fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert bringen“ – so Schweitzer.

Den letzten Satz dieses Programms jedoch unterschreiben die ‘Grünen’ nicht.

Ein Mensch im Mutterleib hat für die ‘Grünen’ keinen nennenswerten Schutzanspruch. Ihn liefern sie der individuellen Entscheidung über Leben und Tod von Seiten der Schwangeren aus, um ihn durch brutale Technologie oder chemische Gifte aus der Welt zu schaffen.

Angesichts ihres empathischen Mitleids für bedrohte Tieren und Pflanzen ist es zynisch und lebensfeindlich, wenn die ‘Grünen’ praktisch für die Freigabe der Menschenabtreibung in den ersten drei Lebensmonaten eintreten.

In diesem Kontext hört man auch von der Forderung die Rede, den Tieren sogar Menschenrechte zuzusprechen.

Der Vater dieser Verwirrungsphilosophie heißt Peter Singer, ein in England lehrender Professor, dessen jüdische Eltern vor den Nationalsozialisten nach Australien flüchten mußten.

Singers Ausgangspunkt ist die Tatsache, daß jedem Lebewesen auf jeder Entwicklungsstufe neue, komplexere und jeweils wertvollere Eigenschaften zuwachsen.

Aus der Anzahl der Eigenschaften ergebe sich der relative Wert eines Lebewesens sowie dessen Ansprüche an relativem Lebensschutz.

„Bei einem fairen Vergleich moralisch relevanter Eigenschaften wie Lust- und Schmerzempfinden, Autonomie, Bewusstsein etc. haben das Kalb, das Schwein und das viel verspottete Huhn einen guten Vorsprung vor dem menschlichen Fötus in jedem Stadium der Schwangerschaft.“

Ein Fisch oder sogar eine Garnele hätten mehr Anzeichen von Empfinden und Bewußtsein als ein menschlicher Embryo. Deshalb müßten diese erwachsenen Tiere mehr und besser geschützt werden als ein Fötus in den ersten Monaten, da er „bis zu diesem Datum überhaupt keinen Wert an sich hat“.

Diese Philosophie ist der bisher schwerste Angriff auf die Menschenwürde und die Menschenrechte, die seit der Aufklärung die Grundlage der europäisch-amerikanischen Gemeinwesen sind.

Dieser tödliche Angriff richtet sich insbesondere gegen das unveräußerliche Recht des Menschen auf Leben.

03.07.2006 kreuz.net