„Was müßte ich Dir anbieten, daß Du es Dir noch einmal überlegst?“

Sie stehen auf der Straße. Hinter ihnen ist das Leben – vor ihnen das blutige und skrupellose Geschäft mit dem Tod.
Monika Plattner [Name von der Redaktion geändert] ist gerade mal 25 Jahre alt. Dennoch ist sie bereits 200fache Mutter.

Denn ohne sie und die Münchner ‘Helfer für Gottes Kostbare Kinder’ stünden heute fast 500 Wiegen und Kinderzimmer leer – verwüstet von der Kinderabtreibung.

Über Frau Plattner berichtete die Tageszeitung ‘Bayernkurier’ Ende Mai.

Frau Plattner will möglichst vielen schwangeren Müttern in Not helfen: „Was ich mache, ist nicht politisch. Mir geht es um die Schwangeren und ihre Kinder.“

Als Hebamme kennt sie das Auf und Ab der Gefühle von Frauen in der Schwangerschaft – vor allem in den ersten Wochen.

„Mit einer Abtreibung ist noch keine Frau glücklich geworden.“ Frau Plattner weiß, daß abtreibungsgeschändete Mütter häufig von Depressionen heimgesucht werden.

„Was müßte ich Dir anbieten, daß Du es Dir noch einmal überlegst?“ ist eine ihrer Standardfragen, mit der in letzter Sekunde noch ein Gespräch angeknüpft werden soll.

„Damit erfahre ich am schnellsten, wo das Problem liegt.“

Die Lebensretter wissen, daß sie abtreibungsbedrohten Müttern nicht mit Moralisieren, sondern „freundlich, helfend, auf derselben Ebene mit der Frau und möglichst charmant“ begegnen müssen.

Kommt vor dem Eintritt der Mutter in den Kinderschlachthof ein Gespräch zustande, verbessern sich die Überlebenschancen des ungeborenen Kindes erheblich.

Ist beispielsweise Geldnot das Problem – wie in etwa einem Drittel der Fälle, kann meist geholfen werden.

Auch Wohnungsprobleme sind durch ein Netzwerk engagierter Unterstützer häufig lösbar.

Natürlich wünsche sich Frau Plattner einen Paragraphen 218, der das Lebensrecht aller Menschen respektiert. Doch ihre Arbeit ist die Hilfe vor den Tötungsstationen.

„Es macht einfach so viel Spaß, hinterher die [geretteten] Kinder kennen zu lernen und die Mütter wiederzusehen“, beschreibt die inzwischen vielfache Paten-Tante ihre Motivation.

Frau Plattner bietet schon seit gut fünf Jahren Müttern und Kindern Hilfe in letzter Minute an. Dabei hat sie ihre „Technik“ immer weiter verfeinert.

Die Folge: 90 der über 200 verhinderten Abtreibungen entfallen auf die letzten 18 Monate.

Um gegen die Kinderabtreibung zu sein, müsse man nicht unbedingt ein Christ sein, sagt Frau Plattner, die selber katholisch ist: „Man kann auch völlig ohne Gott zeigen, daß Abtreibung schlecht ist.“

Besonderen Wert legt sie darauf, daß ihre Arbeit Teil einer Gemeinschaftsleistung ist.

„Wir haben Juristen für die Rechtsfragen, Leute, die sich um die Sozialfragen kümmern, andere, die mit Wohnraum helfen, außerdem Spender und Beter.“

Ohne Spender könnte sie sich neben ihrem Beruf als Hebamme nicht eine Woche im Monat vollzeitig um schwängere Mütter in Bedrängnis kümmern.

Alle Fäden laufen im Lebenszentrum in der Münchner Westendstraße zusammen. Das Zentrum liegt nur 200 Meter von der berüchtigten Klinik des Kinderabtreibers Andreas Stapf entfernt.

Abtreiber Stapf hat in seinem traurigen Leben 70.000 Kinder ins Jenseits befördert. Seine Verfassungsbeschwerde brachte 1998 Teile des bayerischen Schwangerenhilfe-Gesetzes der damaligen Sozial-Staatsministerin Barbara Stamm zu Fall.

Doch was mit politischen Mitteln nicht gelang, wird der Kinderliedermacher Wolfgang Hering, der Gründer des Lebenszentrums, mit spirituellen Mitteln erreichen.

Auch Bischöfe unterstützen ihn: „Durch Gebet und Aktion stellt sich das Lebenszentrum in München seit langem unermüdlich in den Dienst des Lebens“, würdigt der Münchner Kardinal Friedrich Wetter den Einsatz.

„Wir bekommen aber auch Unterstützung von Protestanten, darunter vom Evangelischen Arbeitskreis der CSU“, freut sich Hering.

Annähernd 500 ungeborene Kinder haben dank dem Einsatz von Hering und seinen Freunden seit der Gründung des Zentrums im Jahr 2000 überlebt.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl, in dessen Wahlkreis das Zentrum liegt, begrüßt das Wirken der Lebensretter:

„Das ist eine großartige Initiative, die unsere hohe Anerkennung verdient. Das Lebenszentrum macht dort weiter, wo Bayern infolge des Karlsruher Urteils von 1998 aufhören mußte. Wer in dieser Weise Schwangeren in Not hilft, ist ein echter Lebensretter.“

25.08.2006 (kreuz.net, München)