Wie leidenschaftlich muß eine 14jährige sein?

Die Abtreibungsorganisation ‘pro familia’ verleitet Jugendliche zu frühestem Geschlechtsverkehr. Hinter dem Rücken der Eltern. Von Lisa Abelin.

Was die deutsche Abtreibungsorganisation ‘pro familia’ unter Liebe und Aufklärung für Kinder und Jugendliche versteht, offenbart sie in einer Broschüre für 13- bis 16jährige.

Das Heft steht unter dem unverfänglichen Titel: „Du veränderst dich…mehr darüber wissen. about YOU“.

‘Pro-familia’-Beratungsstellen verteilen diese Broschüre kostenfrei. Auf Anforderung beliefern sie auch Lehrpersonen mit Klassenpaketen.

In den Jahren bis 2004 verschickte ein eigens dafür eingerichtetes Mainzer Versandbüro jährlich und unaufgefordert 10.000 Klassenpakete an Schulen.

Die Aktion wurde vom Hygieneartikel-Konzern Procter & Gamble gesponsert. Er zog sich Ende 2003 nach Protesten von der Schmuddel-Aktion zurück.

Die 95seitige ‘pro familia’-Broschüre ist nicht geeignet, Jugendlichen eine tragfähige Orientierung in Sachen Sexualität und Liebe zu geben.

Sie ist vielmehr ein Verführungsheft im Stil der zweifelhaften Zeitschrift ‘bravo’.

Wenn das Gegenteil von echter personaler Liebe das gegenseitige Sich-Benutzen zweier Menschen ist, dann kann dieses Heftchen als Benutzerleitfaden für gegenseitige oder auch ego-zentrierte Lusterzeugung angesehen werden.

Unter der Überschrift „Wie funktioniert das alles?“ handelt die Broschüre zuerst die körperlichen Instrumente der Lustmechanik ab:
Kinderverführung
An erster Stelle werden Jugendliche in einer Broschüre von ‘pro familia’ auf Selbstbefriedigung hinorientiert. Zum Schluß werden 13jährige auf „alles mögliche andere“ heiß gemacht.


„Das Glied ist nicht nur zum Wasserlassen (Pinkeln) da. Sondern vor allem auch ‘zum Sex haben’ und Lust erleben – das kann Selbstbefriedigung sein, oder Geschlechtsverkehr oder alles mögliche andere.“

(Allein schon die Hunderte von Orthographie-Fehlern machen die Broschüre für Schulkinder unbrauchbar, ja richten pädagogischen Schaden an.)

An erster Stelle werden die Jugendlichen in der Broschüre von ‘pro familia’ auf Selbstbefriedigung hinorientiert. Zum Schluß wird die Sexualität von 13jährigen auf „alles mögliche andere“ heiß gemacht.

An und für Mädchen wird die körperliche Lustmechanik in ähnlicher Art aufgeklärt wie für die Jungen.

„Bewegungen, auf und ab, hin und her, können die Lust steigern. Vielleicht bis zum Orgasmus“. (Seite 52)

Nach der funktionalen Körper-Aufklärung
In der ‘pro familia’-Broschüre
wird die Beziehung zwischen Menschen in geradezu zynischer Offenheit zu einem billigen Gebrauchs- und Konsumprodukt degradiert.
wird auf ein „Drum-Herum“ von Gefühlen und Bedingungen verwiesen, welche die Lust beeinflussen können:

„Manchmal hat man mehr Lust, manchmal weniger. Mal nur auf was ganz bestimmtes, dann auf gar nichts. So wie man mal Himbeereis unwiderstehlich findet, mal Chips, und ein andermal hat man gar kein Appetit darauf. Lust kann sich immer wieder ändern, das gehört einfach dazu.“

In dieser Passage wird die Beziehung zwischen Menschen in geradezu zynischer Offenheit zu einem billigen Gebrauchs- und Konsumprodukt degradiert.

Nach den Rahmenrichtlinien des hessischen Kultusministeriums soll die Sexualerziehung eine „kritische Haltung gegenüber allen Zwängen und Ansprüchen“ fördern, „die Sexualität als Leistungs- und Konsumprinzip suggerieren“.

Dagegen insinuiert ‘pro familia’: Wie sich die Lust von Himbeereis auf Chips verändert, so wechselt auch die Lust zum sexuellen Gebrauch eines jeweiligen Sexualpartners.

Die Broschüre zeigt das an einem Beispiel, bei dem ein 14jähriger seine Freundin sexuell gebraucht, während die Eltern verreist sind.

Nach dem Akt resümiert der Junge: „Sie war viel entspannter, aktiver, leidenschaftlicher als damals meine Exfreundin!“

Das Beispiel enthält nach ‘bravo’-Manier die folgenden Handlungsanweisungen für Jugendliche:

1. Versucht hinter dem Rücken eurer Eltern euren Beischlaf zu organisieren.

2. Jungen sollten mit 14 Jahren schon mindestens eine Freundin sexuell gebraucht haben.

3. Mädchen mit 14 Jahren sollten in ihrem Beischlafverhalten völlig entspannt sein, dabei aber trotzdem aktiv mitmachen und wirkliche Leidenschaft an den Tag legen.

‘pro familia’ propagiert eine Frühsexualisierung als Norm. Das treibt Jugendliche in Überforderung und Versagensängste.

Schlimmer noch. Die menschliche Berufung zur Liebe, die von Jugendlichen und Erziehungspersonen zur Blüte und Reife gebracht werden soll, verkommt bei ‘pro familia’ zu einer angeblich lernbaren Lustmechanik.

Die Jugendlichen werden durch ‘pro familia’ um ihre Ideale zu wirklicher Freundschaft und Liebe betrogen.

Es versteht sich von selbst, daß eine solche Broschüre in einem ernstzunehmenden Schulunterricht nichts verloren hat.

29.08.2006 kreuz.net