Wie gedungene Mörder

An der Abtreibung verblutet nicht nur ein Kind und gelegentlich die Mutter, sondern auch der Staat und die Gesellschaft. Von Mariele Glaser.

Nach dem Urteil des Landgerichts München I dürfen Lebensschützer Mütter, die von der Kinderabtreibung bedroht werden, auf der Straße ansprechen.

In der Berichterstattung zu diesem Entscheid wurde oft nicht erwähnt, daß die Gehsteigberater des Münchner ‘Lebenszentrums’ bereits mehr als 300 Menschen gerettet haben.

Die Lebensschützer arbeiten vor der berüchtigten Tötungsanlage von Abtreiber Friedrich Stapf. Dieser bringt jährlich rund 4.000 Kinder um.

Es kommt einem Massenmord gleich, daß in Stapfs Tötungseinrichtungen seit Mitte der siebziger Jahre insgesamt über 100.000 ungeborene Kinder getötet wurden.

1998 erstritt Stapf gegen den Freistaat Bayern, daß er mehr als 25% seiner Einkünfte mit diesem blutigen Geschäft erzielen darf.

Die Frage lautet: Verhalten sich Abtreibungsärzte nicht wie gegen Bezahlung gedungene Mörder, wenn sie auf Wunsch der Mütter oder der sie nötigenden Männer und Angehörigen, wehrlose Menschen zerreißen, zerstückeln oder verätzen?

Abtreibende Ärzte töten alleine in Deutschland jährlich offiziell mehr als 130.000 Kinder.

Nach Berechnungen des Osnabrücker Sozialwissenschaftlers Professor Manfred Spieker fielen diesem schändlichen Treiben seit 1974 rund acht Millionen Menschen zum Opfer.

Ungeborene Menschen können in Deutschland – bei entsprechender Indikation – bis unmittelbar vor der Geburt eiskalt ermordet werden.

Kinder, die das Messer ihrer barbarischen Abtreiber überleben, werden stundenlang unversorgt liegen gelassen, bis sie sterben. So geschehen 1997 in Oldenburg.

Weltweit sind Kinderabtreiber jährlich an der Tötung von ungefähr 46 bis 52 Millionen Ungeborener beteiligt.

Das ist in etwa die Zahl der Toten im Zweiten Weltkrieg, der sich allerdings über sechs Jahre erstreckte.

Man kann nur staunen, daß diese Ärzte bei Ärzteverbänden, Bundes- und Landesärztekammern ein Dach finden, obwohl sie den hippokratischen Eid in sein Gegenteil verkehren und Ehre, Ansehen und Berufsethos eines ganzen Berufsstandes ruinieren.

Haben sich die Kammern jemals öffentlich unmißverständlich auch nur distanziert?

Nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 28. Mai 1993 darf kein Arzt zur Vornahme einer Kinderabtreibung verpflichtet werden.

Das Zweite Vatikanische Konzil nennt die vorgeburtliche Kindstötung ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“.

Eins muß uns klar sein. Mit jedem Mord, jeder Abtreibung, jedem Töten von menschlichem Leben richtet sich der Mensch und jede Gesellschaft, die dies zuläßt, gegen sich selber.


Mariele Glaser ist Vorsitzende der katholischen Laieninitiative ‘Geschenk des Lebens’ in Dingolfing in Niederbayern.

30.08.2006 kreuz.net