Brief des "Vaterhaus e.V."

Der Verein Vaterhaus e.V. forderte die neue Bundes-familienministerin Ursula von der Leyen in einem Brief auf, den täglichen Massenmord in Deutschland zu stoppen. Er reagiert damit auf ihre Äußerung, eine Änderung des Abtreibungsparagrafen 218 StGB sei ausgeschlossen . 

In einem Interview mit dem "Rheinischen Merkur" sagte sie wörtlich: "Das grundsätzliche Prinzip des Paragrafen 218 werden wir nicht mehr antasten. Da ist nach vielen gesellschaftlichen Diskussionen ein Konsens gefunden worden, der jetzt von allen Seiten getragen wird."

Zu dieser bestürzenden Aussage erklärte der Vorsitzende der Juristenvereinigung Lebensrecht, Bernward Büchner: "Ob mit dem behaupteten Konsens die gebotene und versprochene Verbesserung des Lebensschutzes ungeborener Kinder tatsächlich erreicht worden ist, interessiert nach wie vor offenbar nicht. Das skandalöse Subventionieren des Tötens Ungeborener auf Staatskosten in einem der kinderärmsten Länder soll anscheinend ebenso andauern wie der vielfache Missstand in der Beratungspraxis." Es werde daher "von Bemühungen aus dem Bundestag heraus abhängen, ob die Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht des Gesetzgebers auch künftig nur auf dem Papier steht".

Die Vorstände der "Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum" sowie von "Pro Sancta Ecclesia" haben sich in einem Offenen Brief an die Ministerin gewandt: "Wir verwahren uns energisch gegen Ihre Behauptung, bei der gegenwärtigen Gesetzeslage zur Abtreibungstötung sei ein »Konsens gefunden worden, der jetzt von allen Seiten getragen wird«." Für alle Katholiken, die mit der Lehre der Kirche übereinstimmen, treffe das nicht zu, auch nicht für viele Protestanten und Menschen, die sich an der klassischen Ethik oder am Eid des Hippokrates orientieren.

Die Behauptung der Ministerin sei umso schlimmer, als die Politikerin zu einer politischen Gruppierung mit "C" im Namen gehöre: "Eine Partei, die Repräsentanten mit solchen Auffassungen in Regierungsämter beruft, ist für Christen höchstens noch bedingt und vorläufig im Sinne eines kleineren Übels wählbar." Wenn christliche Positionen von einer angeblich christlichen Partei als gesellschaftlich nicht existent deklariert würden, sei eine politische Umorientierung der Christen unausweichlich: Die Ministerin täusche sich gewaltig, wenn sie glaube, dass der Abtreibungsparagraph 218 unangetastet bleiben werde: "Wir Christen sind nicht gewillt, sieben Millionen »rechtswidrig, aber straffrei« getötete unschuldige Kinder zu ignorieren." Diese Zahl wachse durch das Versagen des Staates in seinem elementaren Aufgabenbereich täglich. "Es ist uns unbegreiflich, wie eine Mutter, die sich auch nur einmal über das Bettchen ihres erwachenden Kindes gebeugt hat, zu solchen Äußerungen fähig ist."

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Der Brief des "Vaterhaus e.V." im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin von der Leyen,


wir setzen große Hoffnungen in Sie als siebenfache Mutter, Ärztin und Christin, das Anliegen des Lebensschutzes glaubwürdig und verantwortungsvoll zu vertreten und voranzutreiben. Als Ministerin kommt Ihnen jetzt die besondere Aufgabe zu, die fragwürdige und unheilvolle Abtreibungsgesetzgebung neu zu regeln.

Wir bitten Sie, Ihre Position in dieser Frage noch mal zu überdenken. Es ist jetzt an Ihnen, mutig zu handeln und den täglichen Massenmord zu stoppen.

Wenn Sie sich auf Kompromisse in dieser Frage berufen, haben Sie schlichtweg versagt. Ihnen traut Gott zu, für das Lebensrecht ungeborener Kinder überzeugend einzutreten. Nutzen Sie diese Chance! Oder wollten Sie nur Karriere machen?


Mit allen guten Wünschen für das Neue Jahr
und im Gebet verbunden

 Angela Stübig     Martin Haubs

31.08.2006 Vaterhaus.de