Eine schändliche papistische Organisation

Probleme mit der Meinungsfreiheit: Auch in Schweden werden Vorträge katholischer Organisationen – wenn sie das falsche Thema zum Inhalt haben – zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn abgesagt.

Im Vorfeld eines Seminars über die Abtreibung wurden schwedische Kindertöter aktiv.

Das berichtete Benedicta Lindberg in einer Aussendung der katholischen Lebensrechtsbewegung ‘Respekt’.

‘Respekt’ organisierte am letzten Dienstag eine Aufklärungsveranstaltung, die im Sahlgrenska Universitätsspital in Göteborg stattfinden sollte.

Die Stadt Göteborg befindet sich im Südwesten des Landes und hat etwa eine halbe Million Einwohner.

Die Veranstaltung der Lebensschützer mußte im letzten Augenblick verlegt werden.

Grund: Angestellte des Universitätsspitals hatten dagegen opponiert.

Ziel des Seminars war eine offene und vorurteilslose Diskussion der emotionalen Konsequenzen der Kinderabtreibung für die betroffenen Mütter.

Drei Vortragende waren vorgesehen – unter ihnen die Psychiaterin Anne Nordal Broen aus der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Frau Broen hat Mütter untersucht und miteinander verglichen, die ihre Kinder durch eine Fehlgeburt verloren beziehungsweise durch eine Abtreibung getötet haben.

Der Vortragssaal in der Universitätsklinik war von ‘Respekt’ bereits im Mai dieses Jahres reserviert worden.

Die Spitalverantwortlichen waren über das Ziel und die Veranstalter des Seminars sorgfältig ins Bild gesetzt worden.

Von Mai bis November gab es verschiedene Kontakte zwischen der Organisation und der Klinik.

Trotzdem wurden den Lebensrechtler zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn untersagt, die reservierten Räumlichkeiten zu benützen.

Der Entscheid kam aufgrund von Widerständen radikaler Ärzte und Spitalangestellter zustande.

Einer von ihnen, der Arzt Bengt Hamark, erklärte vor der Lokalzeitung ‘Göteborgs-Posten’ wörtlich:

„Mein Krankenhaus sollte sich dafür schämen, seine Türen einer papistischen Antiabtreibungs-Organisation geöffnet zu haben.“

Am Seminar nahmen etwa fünfzig Personen teil. Die plötzliche Entscheidung der Spitalleitung wurde von der Lokalpresse und von christlichen Medien im Land verbreitet.

Helena D’Arcy – die Generalsekretärin von ‘Respekt’ – erklärte, daß es bei der Veranstaltung um die Frage gegangen sei, ob die Kinderabtreibung für betroffene Mütter Folgen hat oder nicht.

Seit 1975 können Kinder in Schweden bis zur 18. Schwangerschaftswoche kostenfrei geschlachtet werden.

Das Land besitzt eines der lebensfeindlichsten Abtreibungsgesetze Europas.

20.11.2006 (kreuz.net, Göteborg)