Keine Angst vor billigen Drohungen

Eine Abtreibungsklinik im Einkaufszentrum „Lugner City“ in Wien ist eine neue Dimension der Kultur des Todes. Es muß auch eine neue Dimension des Kampfes dagegen geben.

 Wir müssen den Anfängen wehren.

Der respektierte Papst Johannes Paul II. bezeichnet in seiner Enzyklika ‘Evangelium Vitae’, die sich an Katholiken und alle Menschen guten Willens richtet, die vorsätzliche Kinderabtreibung als Mord.

Der verstorbene Papst hat auch festgestellt, daß die Abtreibung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist – sogar wenn eine parlamentarische Mehrheit die Rechtmäßigkeit einer unter bestimmten Bedingungen vorgenommenen Tötung eines ungeborenen Menschen beschließt.

Der Papst spricht von der schweren und klaren Gewissensverpflichtung, sich Gesetzen dieser Art zu widersetzen.

In Linz hat die Organisation ‘Jugend für das Leben’ zu einer unterstützenswerten Unterschriftenaktion aufgerufen. Diese ist auch im Internet abrufbar.

Beschwerdebriefe an den Eigentümer des Einkaufszentrums- Richard Lugner – haben bereits zu einer Reaktion der Abtreibungsklinik geführt, die von der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Jürgen Kronberger vertretenen wird.

In einem Anwaltsbrief wird mit Strafanzeige wegen Verleumdung, mit Privatanklage wegen Kreditschädigung und mit Unterlassungsklage gedroht.

Es ist in rechtlicher Hinsicht von Interesse, daß auch straffreie Abtreibungen – nach der Meinung von Rechtsgelehrten – rechtswidrig sind.

In den österreichischen Gesetzesmaterialien – Erläuterungen, die der Gesetzgeber anläßlich des Gesetzesbeschlusses selber gegeben hat – wird betont, daß die Kinderabtreibung weder eine gesellschaftlich wünschenswerte noch eine medizinisch empfehlenswerte Methode der Geburtenkontrolle oder der Geburtenregelung sei.

Weiters heißt es dort, es werde nach Paragraph 96 des Strafgesetzbuches der Grundsatz aufrecht erhalten, daß menschliches Leben nicht erst ab der Geburt mit den Mitteln des Strafrechts zu schützen sei.

Es liegt daher nicht im Interesse der Rechtsordnung und des Gemeinwohls, daß aus Abtreibungen ein Geschäft gemacht wird – sogar wenn sie im straffreien Rahmen von Paragraph 97 des Strafgesetzbuches erfolgen.

Deshalb dürfen und müssen wir das Recht der Freiheit der Meinungsäußerung in Anspruch nehmen und gegen jene auftreten, die aus der Tötung ungeborener Kinder ein solches Geschäft machen.

Für gläubige Christen ist das auch ein Ausfluß ihres Rechtes auf Religionsausübung.

Neben der Unterschriftenaktion sind persönliche Briefe sicherlich auch hilfreich.

Kirchliche Institutionen, die ihre Aufgabe ernst nehmen und glaubwürdig sein wollen, müßten sich dem Protest anschließen.

Baumeister Ing. Richard Lugner
Gablenzgasse 5-13
1150 Wien
Fax: 01/98 150 98
richard.lugner@lugner.at


Dr. Alfons Adam ist Rechtsanwalt und Vorsitzender der Bewegung für Menschenrecht auf Leben ‘Pro Vita’ in Neulengbach, Niederösterreich.

12.01.2007 Von Dr. Adolf Adam. (kreuz.net)