Frisch und fröhlich in den Abgrund

Die gesellschaftlichen Probleme mit der Sexualität müssen in Ordnung gebracht werden. Dabei sollten die Bischöfe eine Ausnahme machen und Mut beweisen. Von Stefan Löbel.

Die Verirrungen der Gegenwart und ihre katastrophalen Folgen enthalten eine Botschaft.

Sie machen klar, daß eine Rückkehr zu einer am Naturrecht orientierten humanen Ordnung nötig ist. Diese Ordnung ist mit der Vernunft erkennbar und wird von der Kirche gelehrt.

Sie enthält einige fundamentale Punkte:

• Ehe, Sexualität und Fortpflanzung gehören zusammen.

• Sexualität, die von der Fortpflanzung getrennt wird, verkommt zu einem Konsumartikel. Die involvierten Menschen werden zu austauschbaren Sexualobjekten.

• Fortpflanzung, die von der Sexualität getrennt wird, macht den Menschen zu einem künstlichen Produkt im Interesse anderer und mißachtet seine unverletzbare Würde.

• Die auf Lebenszeit angelegte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe gibt den daraus hervorgehenden Kindern den Lebensraum, in dem sie gedeihen und zu Gliedern der Gesellschaft heranreifen.

• Daher lehnen Bibel und Kirche sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe ab.

• Die Kirche stellt sich auch gegen die Produktion von Embryos außerhalb des Mutterleibs.

• Daher verurteilt die Kirche die Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung ebenso wie die Verwertung dieser Kinder zu Forschungs- oder therapeutischen Zwecken.

• Was in sich moralisch verwerflich ist, kann nicht – wie im gegenwärtigen deutschen Gesetz zum Embryonenverbrauch – bis zu einem bestimmten Stichtag erlaubt sein.

• Für die Medizin ist die Forschung an Stammzellen erwachsener Menschen für therapeutische Zwecke ein moralisch einwandfreier Weg.

• Für kinderlose Ehepaare ist die Adoption ein moralisch einwandfreier Weg zu Kindern.

• Die Erziehung der Kinder, vor allem im Religions- und Ethik-, aber auch im Biologieunterricht, muß diese Zusammenhänge wieder eindeutig darstellen.

• Dabei müssen Reinheit, Keuschheit und eheliche Treue wieder als grundlegende Werte vermittelt werden. Abzulehnen ist ein wertfreier Zwangs-Sexualkundeunterricht, der das Erziehungsrecht der Eltern und das Schamgefühl der Kinder mißachtet.

• Die Erziehung durch die Eltern darf nicht durch eine staatlich gelenkte Fremd- und Ganztagserziehung ersetzt werden.

Die Bischöfe sind aufgerufen, in Ihrem Verantwortungsbereich, in Schulen und Lehrerausbildung, in Lehrplänen und Lehrbüchern, sowie in beteiligten Verbänden alle der gesunden katholischen Moral entgegenstehenden Tendenzen auszumerzen.

Sie dürfen nicht dulden, daß katholische Einrichtungen im Namen der Kirche Lehren an Kinder und Jugendliche herantragen, die sich statt an der gesunden Lehre an einem tödlichen Zeitgeist orientieren.

Wie die Gegenwartsprobleme – besonders die demographische Katastrophe – zeigen, wird das einst christliche Europa innerhalb von wenigen Generationen untergehen, wenn es sich einer Umkehr zu den genannten Werten verweigert.


Stefan Löbel ist der Medienbeauftragte der beiden Laienvereinigungen ‘Pro Sancta Ecclesia’ und ‘Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum’.

17.01.2007 kreuz.net