Bischof Algermissen zum Tag der unschuldigen Kinder

Selbstverständlich und gerne werde ich mich am 28. Dezember um 18.30 Uhr wieder mit Ihnen im Gebet am Frauenberg vereinen und abschließend den Anwesenden den Segen erteilen.

HEINZ JOSEF ALGERMISSEN
BISCHOF VON FULDA

Aktionskreis Fulda in der Aktion Leben e. V. Herrn Otto SpahnRommerzer Straße 3636119 Neuhof Fax: 06655/2277

Rosenkranzgebet am 28. Dezember 2007 um 18.30 Uhr an der Mariensäule/Frauenberg Ihr Schreiben vom 16. November 2007  

Sehr geehrter Herr Spahn, haben Sie herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 16. November 2007, mit dem Sie mich zum traditionellen Rosenkranzgebet für den Schutz des ungeborenen Lebens am Fest der Unschuldigen Kinder einladen.Selbstverständlich und gerne werde ich mich am 28. Dezember um 18.30 Uhr wieder mit Ihnen im Gebet am Frauenberg vereinen und abschließend den Anwesenden den Segenerteilen. In diesem Zusammenhang übersende ich Ihnen die Kopie meines heutigen Schreibens an alle Priester, Diakone und in der Seelsorge tätigen hauptamtlichen Laien, mit dem ich zum verstärkten Engagement zum Lebensschutz aufrufe. So verbleibe ich mit herzlichen Segensgrüßen                                   

 

 HEINZ JOSEF ALGERMISSEN BISCHOF VON FULDA                                                                                                                                         Fulda, 28, November 2007 

An alle Priester und Diakone, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Fulda

Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an.
Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch,
Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Dtn 30,19)  

Liebe Mitbrüder im Priester- und Diakonendienst, liebe Schwestern und Brüder im pastoralen Dienst! 

Zu Beginn der Vorbereitungszeit auf das Hochfest der Menschwerdung unseres Herrn und Gottes Jesus Christus möchte ich mich mit einem eindringlichen Appell an Sie alle wenden. 

An Weihnachten feiern wir die Vereinigung Gottes mit unserer menschlichen Natur.Diese Wahrheit ist Fundament des christlichen Menschenbildes und deutlicher Auf­-trag zur Verteidigung der Würde des Menschen in all seinen Lebensphasen. 

Papst Johannes Paul II. schreibt; „Es bedarf dringend eines groß angelegten Gebetes für das Leben... Mit außerordentlichen Initiativen und im gewohnten Gebet möge vom Herzen jedes Gläubigen ein leidenschaftliches, inständiges Bittgebet zu Gott, dem Schöpfer und Freund des Lebens, emporsteigen." (Enzyklika „Evangelium Vi­tae, 25. März 1995). 

Seit etlichen Jahren schon ist das Fest der Unschuldigen Kinder am 28. Dezember Gebetstag zum Schutz des ungeborenen Lebens. So rufe ich Sie heute dazu auf, auch im Jahr 2007 diesen Tag durch das intensive Gebet für das Leben im umfassenden Sinn zu prägen. Deutliche Fürbitten in den Gottesdiensten, thematische Andachten, auch etwa Segnungsfeiern für Familien mit Kindern sollen auf das dringende Anlie­gen, das Leben zu wählen (vgl. Dtn 30,19), hinweisen. 

Eigens möchte ich in diesem Zusammenhang auf das Rosenkranzgebet an der Ma­riensäule in Fulda am Frauenberg hinweisen, das am 28. Dezember um 18.30 Uhr gehalten wird. Gerade wenn Sie in den Gemeinden der Stadt und des Fuldaer Lan­des Dienst tun, laden Sie bitte die Menschen Ihrer Pfarreien zu diesem Gebet ein. 

Wer die Menschwerdung Gottes feiert und die Auferstehung Jesu Christi vom Tode bekennt, darf nicht zur Tötung ungeborener Kinder schweigen, muss klar Stellung beziehen in der Frage der auch in unserem Land diskutierten Euthanasie. Der Glau­be an die Erlösung durch Kreuz und Auferstehung führt von selbst in den Aufstand gegen alle Formen des vorzeitigen gesellschaftlich wie politisch, wirtschaftlich wie militärisch organisierten Todes, Christen sind zwar keine Friedenstörer, aber sie müssen sich massiv als Störenfriede dort betätigen, wo immer die Mächte des Todes am Werk sind - sei das im privaten, im gesellschaftlichen wie politischen Bereich. 

Mit aller Kraft müssen wir uns je neu für das Leben entscheiden und diese Gesell­schaft für das Lebensrecht aller sensibilisieren. Das Menschenbild, das wir zu vertei­digen haben, hängt unmittelbar zusammen mit der alles verändernden Botschaft: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt..." (Joh 1, 14). Ich wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihren Dienst und grüße herzlich. 

Ihr Bischof 

10.12.2007 Aktionskreis Fulda in der AL