Otto Spahn am Fest der unschuldigen Kinder

Nach der Begrüßung der Anwesenden und vor allem von Bischof Heinz Josef Algermissen, hielt der Pressesprecher des Aktionskreises Fulda in der Aktion Leben folgende Ansprache, die wir auf vielfachen Wunsch und Rückfrage nachstehend  veröffentlichen. 

 Lea-Sophie  5 J. verhungert    –  Kevin 2 Jahre totgeschlagen  - Jessica – 7 Jahre verhungert – Max-Luca 1 Jahr totgeschlagen   Justin  1,5 Jahre, zu Tode verbrüht.

Das waren die Meldungen in den Medien, die uns und unser Land in letzter Zeit aufwühlten, erschütterten. Der Tod von weiteren rund 120 000 ungeborenen Kindern in diesem Jahr erschütterte niemanden und erscheint  nur wenigen Medien eine kleine Randnotiz wert.

Es war ihnen nicht wichtig, dass wir Monat für Monat 400 Schulklassen umbringen.

Die Tötung der ungeborenen Menschen findet trotz Antidiskriminierungsgesetz genauso wie vorher statt.  Kann man denn jemanden mehr diskriminieren, als das man einem unschuldigen Menschen das Recht auf Leben aberkennt und ihn ungestraft töten darf?  Ja, sogar noch finanzielle Leistungen dafür übernimmt?         

Lässt sich Heuchelei da noch steigern? Übrigens: Heuchelei war eine der Eigenschaften des Herodes gegenüber den Hl. 3 Königen. Erschütternd die Diskussion um die verbrauchende Embryonen – Stammzellenforschung. Diese  findet offensichtlich wieder politische  Mehrheiten. Verbrauchende Embryonenforschung klingt so schön harmlos, wissenschaftlich, fortschrittlich. Geradeso, also ab es sich dabei nicht um die Tötungen von ungeborenen Kindern – in einem sehr frühen Stadium -  handeln würde. Diese Tötungen werden in keiner Statistik erfasst. Und wer dagegen aufmuckt – der steht in der Gefahr, bösartig in der Öffentlichkeit angegriffen zu werden, der  ist ein Ewig-gestriger, ein Querulant. 
Das muss zunehmend auch unser Bischof erfahren. Machen wir uns nichts vor.  Die Medien sind dabei, sich auf ihn einzuschießen. Um so dankbarer sind wir dafür, wenn er sich immer wieder und immer wieder für das Recht auf Leben einsetzt. Seinen klaren Worten „Christen sind zwar keine Friedensstörer, aber sie müssen sich massiv als Störenfriede dort betätigen, wo immer die Mächte des Todes am Werk sind“ ist nichts hinzuzufügen. Herr Bischof wir danken Ihnen für Ihr Engagement. Sie ermutigen uns  mit Ihren klaren Worten. Wir stehen da voll an Ihrer Seite.

Der Ruf Gottes: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ hallt  schon lange nicht mehr in die meisten Ohren der Menschen in Deutschland. Und dort, wo er noch vernommen wird fragt man betroffen: Ja, was sollen wir den tun? Und Selbstentschuldigungen liegen massenhaft bereit:  ich kann in der Öffentlichkeit nicht reden, ich kann keinen Leserbrief schreiben, ich möchte anderen durch das Sagen der Wahrheit nicht weh tun, ich muss Rücksicht nehmen auf meine Stellung, meinen Beruf, meinen Bekanntenkreis,  ich kann nur weniges dazu beitragen.  Aber das wenige, was wir haben, müssen wir geben und zwar ganz. Nicht zur Hälfte, nicht nur zum Teil. Dann werden wir sehen. Jesus, dessen Geburt wir gerade gefeiert haben,  macht aus dem wenigen was wir aber ganz geben müssen,  das große Wunder. Geradezu, wie es uns die Bibel von der Speisung der 5000 berichtet. Jesus sagte auf die besorgte Frage der Jünger, wie sie denn die hungrigen Massen sättigen sollten nicht etwa, dass mach in schon, lasst mal sein, ihr habt doch nichts. Nein, er gab ihnen den Auftrag: Gebt Ihr ihnen zu essen .-  Wahnsinn oder? Sie sammelten das Wenige – 2 Fische und 5 Brote – ein und Gott vollbrachte das Wunder in Hülle und Fülle.  Und der dreifaltige Gott wird auch das Wunder vollbringen, um das wir heute Abend hier beten, dass Wunder, dass endlich der lautlose  Krieg gegen die ungeborenen Kinder aufhört. Aber das Wenige was wir geben können, müssen wir geben und zwar ganz. Das ist die Voraussetzung des Wunders, wie die 2 Fische und die 5 Brote.

 

Otto Spahn 28.12.2007