Stammzellenforschung –Verlogenheit und Heuchelei bestimmen die Diskussion

Am 11. April 2008 haben unsere Bundestagsabgeordneten  in der so genannten Stammzellendebatte abgestimmt.Sie haben sich mehrheitlich dafür entschieden, dass der Stichtag für die Einfuhr von menschlichen  Stammzellen vom 01.01.02 auf den 01.05.2007 verschoben wird.

Unser Wahlkreisabgeordneter Michael Brand (CDU) hat aus diesem Anlass im Bundestag eine Rede gehalten und sich darin gegen jegliche Forschung mit embryonalen Stammzellen  ausgesprochen. In seiner Rede stellte er die Frage, ob das Parlament einer neu eingeführten, demagogischen Ethik des Heilens folgen wolle,  die das Töten des ungeborenen Lebens in Kauf nehme. Michael Brand hatte sich schon im Vorfeld der Debatte klar und deutlich geäußert und sich für ein Verbot jeglicher embryonaler Stammzellenforschung  ausgesprochen. Wir hatten in einer früheren Pressemit-teilung unseren Bundestagsabgeordneten Michel Brand in seiner Haltung bestärkt und ihm dafür gedankt. Er befand sich damit im Gegensatz zur Mehr-heit der CDU- Abgeordneten. Um jedoch die Tragweite der Entscheidung beurteilen zu können, ist es notwendig, sich mit den Fakten auseinander zu setzen.Dazu stellt sich zunächst die Frage:

Stammzelle – was ist das?

Eine Stammzelle ist eine Ursprungszelle, die sich unbegrenzt vermehren kann.

Nach der Herkunft unterscheidet man zwischen adulten und embryonalen Stammzellen.  Adulte Stammzellen findet man z.B. in der Haut, im Knochenmark, im Blut von geborenen Menschen. Mit ihnen konnten in der Vergangenheit bereits  Heilungserfolge erzielt werden, z.B. Hautzüchtungen nach Verbrennungen mit anschließender Transplantation. Alleine der Kölner Kardiologe Strauer konnte mit adulten Stammzellen 450 Patienten erfolgreich behandeln.

Embryonale Stammzellen.

werden wenige Tage alten Embryos entnommen,  die dabei getötet werden. Ein Embryo ist ein vollwertiger Mensch im frühesten Stadium der menschlichen Entwicklung, ein Stadium, im dem sich jeder von uns einmal befand. Heilungserfolge gab es bisher mit embryonalen Stammzellen noch nie. Selbst in der Tierforschung gab es keine Erfolge. Bei  Mäusen z.B. entstanden  ein hohes Tumorrisiko von fast 100 % und immunologische Probleme.

Wir meinen:

Der Deutsche Bundestag traf eine Entscheidung,  die erneut das Recht des Menschen auf Leben mit Füßen tritt. Grenzt dies nicht an Heuchelei? Warum?Der gleiche Deutsche Bundestag hat das Embryonen-Schutzgesetz beschlossen, das seit 01.01.1991 in Kraft ist. Schon nach § 2 dieses Gesetzes ist es verboten, einen menschlichen Embryo zu veräußern oder zu einem nicht seiner Erhaltung dienenden Zweck abzugeben. Da dies also bei uns verboten ist, importiert man die Stammzellen von  im Ausland getöteten ausländischen Embryos. Im Volksmund sagt man: „Wie der Hehler so der Stehler“. Und weil es mit dem Gesetz alleine nicht getan ist, wird der ganze Vorgang auch noch mit Millionen von Steuergeldern gefördert.Kann man Doppelmoral besser buchstabieren?Entweder gilt das Recht auf Leben für alle oder für keinen!

Schon die alte Stichtagsregelung war für Christen inakzeptabel, weil bei der Gewinnung von embryonalen Stammzellen ein Mensch getötet wird.

Es gibt kein christlich-ethisches Argument, für Forschungs- bzw. Heilungszwecke Menschen – auch nicht den erst wenige Tage alten - zu töten. Die Ähnlichkeiten mit der Abtreibungsgesetzgebung sind nicht zu übersehen.

Aber das 5. Gebot gilt noch immer!

Aus gutem Grund haben sich daher die deutschen katholischen Bischöfe, insbesondere unser Bischof Algermissen (FZ v.  8.04.08), gegen jegliche Stammzellenforschung ausgesprochen.  

                                      

Otto Spahn   12.05.2008 Aktionskreis Fulda