Wie verlässlich informiert „pro familia“ ?

In Faltblättern, Schulen  und in Medien (Fuldaer Zeitung vom 15.05.2008) propagiert „pro familia“ verstärkt die so genannte „Pille danach“.In der Fuldaer Zeitung wird sogar die Behauptung aufgestellt „Spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr muss das Mittel eingenommen werden, um den Eisprung zu verhindern – nicht um eine Schwangerschaft abzubrechen“.

In  anderen Informationen von „pro familia“ ist man mit solchen Behauptungen vorsichtiger und spricht davon, dass die Wirkung „am sichersten“ ist, wenn  innerhalb von 24 Stunden mit der Einnahme begonnen wird. Was gilt denn nun? Wie verlässlich informiert „pro familia“? Der Berufsverband der Frauenärzte spricht davon, dass bei rascher Einnahme von einer 80 %-igen Wirkung auszugehen ist und die Barmer-Ersatzkasse betont, dass  die Wirksamkeit  nie 100 %  beträgt und nach 72 Stunden auf  58 % gesunken ist. Und wie soll man die weiteren  Informationen zur Pille danach  verstehen, wenn „pro familia“ einerseits  sagt „die genaue Wirkung der „Pille danach“ ist nicht bekannt“ und andererseits fordert, die Rezeptpflicht für diese Tablette abzuschaffen“?

Immerhin bezeichnen Krankenkassen  die Pille danach als hochwirksames Medikament. Das leuchtet ohne weiteres ein.  Entspricht  doch in den  einzunehmenden Pillen die  Menge  Levonorgestrel dem mehrfachen  Wert  in der „Anti-Baby-Mini-Pille“. Fakt ist aber auch, dass die „Pille danach“ mehrere Wirkungsweisen hat. Welche davon eintritt, hängt vom Zyklusstand der Frau  zum Zeitpunkt der Einnahme ab. Dabei spielt das LH-Hormon eine entscheidende Rolle. Das LH-Hormon  löst den Eisprrung aus. Nur wenn die Pille rechtzeitig bis zwei Tage vor dem höchsten Anstieg  eingenommen wird, wird der Eisprung verhindert oder verschoben. In diesem Falle wirkt sie verhütend.  Wird sie dagegen kurz vor dem LH-Gipfel  oder danach eingenommen, ist der Eisprung nicht mehr zu verhindern, so dass eine Befruchtung  möglich ist. Mediziner kommen dabei zum Ergebnis, dass rein rechnerisch bei der Einnahme an beliebigen Tagen die früh-abtreibende gegenüber  der verhütenden  Wirkung sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, denn die Eisprungshemmung kommt nur an zwei bis drei von sieben fruchtbaren Tagen im Zyklus einer Frau zum Tragen. Ist es zur Befruchtung der Eizelle gekommen, wird  die Einnistung (Nidation) der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindert, wo das weitere Wachstum des Menschen  erfolgen würde.  Unter Biologen und Medizinern ist es unstrittig, dass die Befruchtung der Eizelle als der Beginn eines neuen Menschen in seinem frühesten Lebensstadium gilt. Interessant ist übrigens auch, dass nach Meldung eines medizinischen Fachjournals kein Rückgang ungewollter Schwangerschaften oder Abtreibungen festgestellt wurde, wenn eine rezeptfreie Anwendung des Präparates möglich ist. Der Aktionskreis Fulda fragt sich: Ist das „pro familia“ alles nicht bekannt, wenn sie ihre Aufklärung unter das Volk bringt. Darüber hinaus richtet der Aktionskreis noch einmal einen dringenden Apell  an die Kommunalpolitiker, die bisher an „pro familia“ geleistete finanziellen Beihilfen einer erneuten Prüfung zu unterziehen und zukünftig hierfür keinerlei Steuermittel zu verwenden sowie das Wirken von „pro familia“- Mitarbeitern  an unseren Schulen zu unterbinden.    

 

Otto Spahn  Pressesprecher des Aktionskreises 19.05.2008