Gesetz fällt wie Mauer

Otto Spahn zu Gebet für UngeboreneDer Tod unschuldiger Kin­der in Bethlehem geschah vor 2000 Jahren. Für Otto Spahn (Neuhof), Presse­sprecher des Aktionskeises Fulda in der Aktion Leben, und seine Mitstreiter sind die „unschuldigen Kinder" der Gegenwart die Embry­os, die Opfer einer Abtrei­bung werden. Für sie wurde an der Mariensäule in Fulda der Rosenkranz gebetet. 

Wie kam es zu dem Ge­bet an der Mariensäule?

Erzbischof Dyba ließ am 28. Dezember 1988 (Fest der unschuldigen Kinder) das Mahnläuten für die Abtreibungsopfer durch­führen und hängte damit den Abtreibungsskandal an die „große Glocke". Dafür wurde er in den Medien ständig kritisiert und im November 1991 in Marburg tätlich angegriffen. Er ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und betonte, dass Glocken von alters her rufen, mahnen und war­nen. Für den 28. Dezember 1991 haben wir erstmals zum Gebet für die unge­borenen Kinder und alle, die durch Tun oder Unter­lassung an einer Abtrei­bung schuldig geworden sind, aufgerufen. Bischof Algermissen lässt es sich nicht nehmen, seit seinem Amtsantritt mit uns an der Mariensäule zu beten. Das Europaparlament hat die Abtreibung zum Men­schenrecht erklärt. Kann man da mit Beten noch etwas verändern? Das Gebet wird bis in unsere Tage hinein (etwa in Fatima) empfohlen, ja geradezu erfleht. Die Wirkung ist vielfach belegt.  

Warum also sollte unser Gebet, unter anderem an der Mariensäule (Pestsäu­le) in Fulda, nicht wirken? Die heutige Gesetzeslage, die nicht dem Schutz der Ungeborenen entspricht, wird wie die Berliner Mau­er eines Tages fallen. Allerdings gilt auch das alte benediktinische Wort „ora et labora" (bete und arbeite). Unsere Arbeit ist es, immer wieder dieses bestehende Unrecht in die Öffentlichkeit zu bringen. Don Boscos Aussage „Das Böse geschieht nur, weil die Guten schweigen" darf nicht auf uns zutreffen.

 Was lässt Sie trotz man­cher Rückschläge hoffen? In den 70er Jahren begann die Diskussion um die Frei­gabe der Abtreibung. Am 2. Juni 1971 erklärten 374 pro­minente Frauen im „Stern": „Wir haben abgetrieben". Das ist fast 40 Jahre her und das Thema Abtreibung ver­stummt nicht. Im Gegenteil. Die barbarische Tötung der ungeborenen Kinder ist heu­te mehr denn je ein Thema. Immer mehr einflussreiche Menschen sprechen sich dagegen aus.

Bonifatiusbote 11.01.2009 Interview Hans-Joachim Stoehr