Brief an MdB. Michael Brand zum Bundesparteitag wegen PID Abstimmung

CDU-Bundesparteitag 14. - 16. Nov. 2010 in Karlsruhe
PID Abstimmung

 

Sehr geehrter Herr Brand,

auf dem o.a. Bundesparteitag der CDU soll über die Zulassung der Präimplantations-Diagnostik (PID) diskutiert und abgestimmt werden.

Wir wissen sehr wohl, dass das Verbot der PID im Grundsatzprogramm der CDU von 2007 steht, befürchten jedoch, dass die Parteiführung und viele CDU-Abgeordnete von einem strikten Verbot der PID Abstand nehmen wollen. Äußerungen von CDU-Generalsekretär Gröhe, Peter Hintze u.a. . lassen befürchten, dass es wieder zu einem faulen Kompromiss kommen wird, wie wir dies bei der Stammzellen-Stichtagsverschiebung erlebt haben.

PID lässt sich nicht begrenzen, wie eine Studie des Büros für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages (TAB) belegt. Wo immer das Selektionsverfahren angewandt wird, wurden sämtliche mit der PID in Verbindung gebrachten Horrorszenarien Wirklichkeit. 1.600

Kinder sind laut. TAB in 6 Ländern nach einer PID zur Welt gekommen. Weit mehr als 93.000 Embryonen mussten aber dafür künstlich erzeugt werden. Es wird deutlich: Ei- und Samenzelle werden im Reagenzglas künstlich zusammengeführt und der Mensch entscheidet,


wer davon leben darf. Das ist unerträglich. Die Bilanz der Studie lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Sowohl aus verfassungsrechtlicher, moralphilosophischer als auch embryologischer Sicht gibt es keine Rechtfertigung dafür, menschliche Embryonen nach ihrer „Qualität" zu beurteilen und sie nach dem nicht bestandenen Gen-Check zu vernichten, zu töten. Anhand der Erkenntnisse über die frühembryonale Entwicklung wird deutlich, dass es keine wesensverändernde Zäsur gibt, die es erlauben würde, Embryonen erst nach einem bestimmten Entwicklungsschritt als Menschen, zuvor aber als Verfügungsobjekte ihrer Eltern oder der Medizin zu behandeln. Von der Befruchtung an über die Nidation bis hin zur Geburt ist immer eine spezifisch menschliche Entwicklung gegeben. Es muss anerkannt und danach gehandelt werden, dass die Menschenwürde und das Recht auf Leben als Rechtsprinzip nicht zur Disposition des Gesetzgebers stehen.

Da wir Sie als entschiedenen Abtreibungsgegner kennen und da Sie diese Position auch in den entsprechenden Gremien und in der Öffentlichkeit vertreten, bitten wir Sie, Ihre Stimme auch auf dem Bundesparteitag zu erheben und entschieden gegen die Zulassung der PID zu kämpfen.

Wir wünschen Ihnen hierbei Überzeugungskraft und Erfolg und danken Ihnen schon heute dafür.

Mit freundlichen Grüßen

Otto Spahn
Pressesprecher


Otto Spahn, Pressesprecher Aktionskreis Fulda