Gewissensfreiheit - auch für deutsche Ärzte

Der neue Chefarzt der Gynäkologie in der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik Dannenberg will in seiner Abteilung aus Gewissensgründen keine Abtreibungen mehr vornehmen. Auch der Klinik-Chef Markus Fröhling hat mehrfach betont, dass man hinter der Anschauung des Gynäkologie-Chefs stehe.

Der Sitz der Konzernleitung des Capio-Klinikverbunds ist in Fulda.

Martin Reiz, Geschäftsführer von Capio Deutschland in  Fulda, erklärte  dazu,  dass dies nicht zum Unternehmensverständnis passe u.a. mit den Worten  „die Organisation einer gesamten Abteilung kann nicht vom einzelnen Arzt entschieden werden".  

Der Aktionskreis Fulda in der Aktion Leben weist darauf  hin, dass sich das Klinikum damit im Widerspruch zu einer Abstimmung im Europarat befindet bei der versucht wurde, den Weg für die Abschaffung der Gewissensfreiheit des medizinischen Personals in Europa frei zu machen. Dies wurde  jedoch mit knapper Mehrheit abgelehnt und durch eine neue Fassung ersetzt,  die klar festhält, dass „kein Arzt oder Krankenhaus, die eine Abtreibung oder Sterbehilfe ablehnen, dafür zur Verantwortung gezogen werden sollen."

Der Aktionskreis Fulda verurteilt mit aller Schärfe das Verhalten des  Capio-Konzerns,  die Gewissensfreiheit von Ärzten und medizinischem Personal einzuschränken.

Rechtlich bedenklich ist auch besonders, dass die niedersächsische Gesundheitsministerin  Rundt  (SPD) Konsequenzen in bezug auf Investitionszuschüsse androhte, falls zukünftig keine Abtreibungen mehr durchgeführt würden.

Überrascht sind wir allerdings nicht, dass Pro Familia in Lüneburg über die lebensschützende   Entscheidung des Chefarztes entsetzt ist. Wir fordern daher erneut von den dafür verantwortlichen staatlichen Stellen, nun endlich das Gebaren von Pro Familia deutschlandweit zu überprüfen.

Presse-Mitteilung 

Otto Spahn, Pressesprecher