Quo vadis Kolping

Man kann es nicht anders als tragisch bezeichnen, wenn ein sich katholisch nennender Verband, wie das Kolpingwerk, für den Beratungsschein stark macht, der nichts anderes, als die Straffreistellung des abtreibenden und damit des vorsätzlich tötenden Arztes bedeutet.

Das Kolpingwerk sollte wissen, dass Abtreibung vom Zweiten Vatikanischen Konzil zu Recht als „verabscheuungswürdiges Verbrechen"  bezeichnet wurde.

In der seinerzeitigen Debatte vertrat der damalige Vorsitzende des Kolpingwerkes Hoffacker noch klar und eindeutig diese Position.

Der heutige Vorsitzende des Kolpingwerks, MdB Thomas Dörflinger (CDU), fordert nun die Bischofskonferenz auf, in die  dubiose „Alibiberatung" (Rita Waschbüsch) des staatlichen  Beratungssystem zurückzukehren, wohl wissend, dass weit über 90 %  der seit 1974 durchgeführten 5,8 Millionen  Kindestötungen nach Beratung erfolgten und dass kein Katholik einen solchen Beratungsschein unterschreiben und den Stempel der Katholischen Kirche darunter setzen darf.

Wir fragen: Ist es so schwer für das Kolpingwerk zu erkennen, dass der Beratungsschein eine Lizenz zum Mord an ungeborenen Kindern darstellt? Ist das Kolpingwerk so blind, dass es die erfolgreichen Beratungen ohne Beratungsschein von pro femina, 1000plus,Vital, Vaterhaus e.V. KALEB e.V. u.a. nicht  erkennen kann oder will?

Aber das Memorandum des Kolpingwerks  wirft  noch weitere Fragen auf. Der Deutsche Bundestag beschloss 2015 zwar, die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe zu verbieten, erlaubte aber andererseits die private Suizidbeihilfe durch Angehörige, Ärzte oder andere nahestehende Personen. Hierdurch wird der Schutz des Lebens an seinem Ende relativiert.

Das Kolpingwerk lobt dieses Gesetz, was an sich schon verwerflich und irritierend ist. Irritierend deswegen,  weil sein  Vorsitzender Dörflinger noch im November 2015 zusammen mit Patrick Sensburg und  Hubert Hüppe  einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht hat, der Suizidbeihilfe generell verbieten wollte, geradezu ein Desaster aber für die ganze Argumentation des Kolpingwerkes und seines Vorsitzenden in diesem Memorandum.

Wir fordern daher den Rücktritt des Kolpingwerk-Vorsitzenden Dörflinger und von den Mitgliedern eine eindeutige und klare Distanzierung von diesem unsäglichen Memorandum. Ein klares und eindeutiges Machtwort der Bischöfe gegenüber katholischen Organisationen ist dringend geboten. Es geht um den Lebensschutz und die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche.

Otto Spahn, Pressesprecher